Jeder hat ein Handy .. oder zwei? Sie kommen entweder von Nokia, Sony-Erricson, Motorola oder sonst einem globalen Konzern. Sie verwenden eine fest installierte Software, die (insbesondere bei Smart-Phones) von Microsoft oder Symbian kommt. Eigentlich sind es gar keine Telefone mehr, sondern Computer die so tun als wären sie ein Telefon. Wenn du ein Problem mit deinem Gerätchen hast (soll vorkommen :-), dann Gnade dir Gott. Du hast so gut wie keinen Einfluss auf die Dinge, die software-technisch mit deinem Begleiter passieren.

 

Zum Glück wird das bald anders: in Kürze erwartet die Welt das erste Open Source Handy basierend auf der openmoko Plattform. Was hat das alles mit Design zu tun? Schau es dir an, dann weisst du es:

 

PhoneGutes Design im Bereich der elektronischen Consumergeräte wird meist mit Firmen wie Bang and Olufsen oder Apple verbunden. Tatsächlich besticht das neue Apple iPhone durch sein aussergewöhnliches Design: Schnörkellose Form, Chromrand, schwarze glänzende Oberfläche, grosser Bildschirm und nur eine Taste (Joystick).

 

Das Bild links zeigt im Vergleich dazu das FIC Neo1973 als erstes Gerät das die "Open Mobile Kommunikation" Plattform (openmoko) unterstützt. Dieses Gerät wird zur Zeit getestet und soll im Herbst 2007 den Massenmarkt erreichen. Die Attribute des Apple iPhones treffen genauso auf das Neo zu. Lediglich zwei Unterschiede im Design fallen auf: das iPhone kommt im (fast schon klassischen) Schokoriegel Formfaktor während das Neo in einem mutigen aber gefälligem "Schlüsselanhänger" Gehäuse steckt. Zudem ist das Neo völlig tastenlos.

 

Wirklich interessant wird das Neo jedoch durch die Kombination von gutem Design und offener Plattform. OpenMoko ist ein neues Projekt zur Entwicklung eines Smartphones, das komplett mit freier Software ausgerüstet ist. OpenMoko soll mehr sein als nur ein weiteres Linux-Handy, vielmehr wollen FIC und OpenMoko eine offene Plattform etablieren. Das Projekt soll Entwicklern mobiler Anwendungen einen vollständigen Satz an Open-Source-Software an die Hand geben, vom Betriebssystem über die Middleware bis hin zu Anwendungen und Protokollen. Nutzern will man so ein qualitativ hochwertiges Smartphone bieten, das sich leicht durch Installation der gewünschten Anwendungen anpassen lässt. Auf diese Weise sei es nicht mehr nötig, das Gerät alle 12 bis 18 Monate erneut zu aktualisieren.

 

Ich bin gespannt, ob diesem Projekt der Schritt gelingt, ein offenes Produkt im Markt zu etablieren oder ob es ein Gadget für Linux Geeks bleiben wird. Zu wünschen wäre ersteres.