Wandern im Tessin"Wandern im Tessin" - das war unser Plan für die Sommerferien 2017. Und zwar nicht nur ein, zwei Tage, sondern eine ganze Woche lang von Hütte zu Hütte, vom Lago Maggiore bis hoch nach Airolo vom 26. August bis zum 2. September. Die Wetteraussichten versprachen viel Sonne bei Temperaturen um die 28 Grad.

Unsere Wanderung begann nach einer angenehmen Anfahrt mit der SBB in Tenero am Fusse des Verzasca-Tals. Von dort aus wollten wir das Tal hinaufwandern und am vierten Tag ins Maggia-Tag wechseln. Dort war ein Pausentag in Fusio eingeplant bevor wir in den folgenden zwei Tagen die Berge Richtung Airolo übersteigen wollten. Wie so oft, kam alles ganz anders - aber lest selbst.

 

Auf der Karte zeigt die rote Linie unsere Wegstrecke.

 

1. Tag - von Tenero auf den Monti di Lego

Vom Bahnhof in Tenero führten uns sehr viele Treppen durch den Ort und hinauf in den Wald bis zum Gipfel des Monti di Lego. Dort bot sich uns ein paradiesischer Blick auf die Alp mit malerischen Tessiner Steinhütten einer kleinen Kapelle und unsere Unterkunft, der Campanna Monti di Lego. Nach den vielen Stufen bei hochsommerlichen Temperaturen genossen wir zwei grosse Panache in den schattigen Liegestühlen vor der Campanna. Den Massenschlag unter dem Dach-Juchhe hatten wir ganz für uns alleine.

 

2. Tag - Monti di Lego nach Lavertezzo

Am nächsten Tag ging es bergab Richtung Verzasca. Der Weg führte durch schattige Maroni-Wälder, vorbei an alten Tessiner Bergdörfern in denen einem die Weintrauben und Edelpilze am Wegesrand in den Mund wuchsen. Im Tal glänzte der Lago di Vogorno, ein See der die Verzasca staut. Immer weiter ging es hinab bis wir den Fluss erreicht hatten und bald - kurz vor Lavertezzo - unser Quartier erreicht hatten. In der Osteria Posse konnten wir von der Terrasse den Tauchern zuschauen, die in den klaren Becken der Verzasca ihrem Sport nachgingen.

 

3. Tag - Lavertezzo nach Sonogno

Der dritte Tage führte uns weiter entlang des Flusses, der ob seiner Schönheit alleine eine Reise wert ist. So erreichten wir kurz hinter Lavertezzo die berühmte Ponte dei Salti. Hier war das Touristenaufkommen hoch und die Aussicht auf die malerische Brücke einmalig. Im weiteren Verlauf beschritten wir den "sentiero per l'arte", also einen von Kunstwerken geschmückten Wanderweg. Hinter jeder dritten Wegbiegung erwartete uns neue und überraschende Kunstwerke, die sich gut in die Landschaft einfügten. Gegen Abend kamen wir in unserem finalen Ort dieses Tales an, dem Ort Sonogno. Hier lohnte sich eine Besichtigung allemal; das Örtchen ist der Prototyp Tessiner Dorfidylle.

 

4. Tag - von Sonogno auf die Capanna Soveltra

Nun ja - der Plan war, von Sonogno über den Pass beim Monte Zucchero (2736m) bis zur Capanna Soveltra zu steigen. Die Wettervorhersage versprach erneut bis 30 Grad und an Schatten oben im Gebirge war nicht zu denken. Deshalb entschieden wir uns für diesen Abschnitt zu beschiesse. Ich verrate hier nicht was wir gemacht haben, aber unsere Tagesstrecke begann - wie durch ein Wunder - auf der anderen Seite im Maggia-Tal. Im kleinen Dorf Prato-Sornico stiegen wir entlang des Baches 'Riale Prato' hinauf auf der Via Alta Vallemaggia. Der Weg führte uns durch ein tiefes Tal entlang steiler Felswände mit rauschenden Wasserfällen in der Tiefe. So erreichten wir die Capanna Soveltra auf 1534m.

 

5. Tag - von der Soveltra nach Fusio

Am Donnerstag, dem 31. August, stiegen wir von der Capanna Soveltra auf zum Passo Fornale in 2327m Höhe. Nach dem strengen Aufstieg folgte ein ebenso steiler Abstieg, den wir teilweise nur auf dem Hosenboden bewältigen konnten. Allmählich wurde es wieder flacher, so dass wir entlang der Höhenlinien bequem bis zum Lago di Mognola wandern konnten. Nach kurzer Rast stiegen wir dann durch den Wald ab nach Fusio, dem hintersten Dorf im Maggia-Tal. Auch hier beschlossen wir den Tag mit einer Ortsbesichtigung und einer guten Nacht in der Antica Osteria Dazio.

 

Nun hatten wir vor, einen weiter Tag in Fusio mit Stichtouren zu den Seen in der Nähe zu verbringen um am nächsten Tag über die Capanna Garzonera nach Airolo zu gelangen. Von dort aus wollten wir mit dem Zug wieder nach Hause fahren. Da jedoch für die nächsten zwei Tage Regenwetter vorausgesagt war, entschieden wir uns, die Tour an dieser Stelle abzubrechen und in sonniger Erinnerung zu behalten. Daher wählten wir am Freitag das Postauto zurück nach Locarno und fuhren mit dem Zug nach Zürich mit fünf Wandertagen in den Beinen und Sonnenschein im Gemüt.

 

Alle Bilder gibt es hier: