OsloFast wäre ein Jahr vergangen, aber vom 16. - 18. September schafften wir es doch noch mein Geburtstagsgeschenk vom letzten Dezember einzulösen, die Reise nach Oslo in Norwegen. Am Donnerstagabend flogen wir mit der Swiss nach Oslo und nahmen den Schnellzug 'Flytoget' bis zum Bahnhof in der Stadt. Von dort aus war es ein kurzer Fussweg bis zu unserem Hotel 'Scandic Karl Johan' ganz nahe beim Stortinget, dem norwegischen Parlament. Wer in der Schule aufgepasst hat bzw. wie wir Island besucht hat, erkennt das nordische Wort 'Thing' im Namen, also die Volksversammlung.

Im Jahre 1624 wurde Oslo nach einem grossen Brand neu aufgebaut und zu Ehren des damaligen Königs Kristian IV. in Christiania umbenannt. Erst 1924 erhielt die Stadt im Zuge der norwegischen Eigenständigkeit wieder den ursprünglichen Namen Oslo. Ein Kosename der Stadt ist Tigerstadt nach einem Gedicht von Bjørnstjerne Bjørnson. In diesem Gedicht wird Oslo als gefährliche und unbarmherzige Stadt beschrieben. Vor dem Rathaus und vor dem Bahnhof erinnern Tigerskulpturen an diesen Namen, der seinen negativen Klang inzwischen verloren hat.


Am Freitagmorgen erkundeten wir mit Velos vom Hotel die Stadt. Da an diesem Tag der Oslo-Marathon stattfand, war es gar nicht so einfach mit den Rädern durch die Menschenmengen und die vielen Absperrungen zu fahren. Oslo ist zur Zeit die teuerste Stadt der Welt und kann es sich leisten viel in den Aufbau bzw. die Renovierung der Stadt zu investieren. Das sieht man sehr schön bei einer Besichtigung der neuen Stadtteile Tjuvholmen und Akerbrygge an der Westseite des Hafenbeckens. Dort ist ein Quartier entstanden in dem modernste Architektur die alten Gebäude der ehemaligen Speicherstadt integriert. Neue Gebäude haben uns selten so positiv überrascht wie hier. Am Nachmittag besichtigten wir das sehenswerte Opernhaus und den ebenfalls neuen Stadtteil Sorenga.

Die Museumsinsel Bygdoy war unser Ziel für den Samstag. Mit dem Boot erreicht man die Halbinsel in 10 Minuten. Dort besuchten wir zuerst die Oscarhallen, ein neugothisches Schlösschen das König Oscar dem Ersten als Sommerresidenz und Jagdhaus diente. Auf Bygdoy wohnt die reiche Osloer Bevölkerung was man an den vielen Villen sehen kann. Zu Fuss wanderten wir kreuz und quer über die Insel bis wir unser Ziel erreicht hatten, die Museumsecke im äussersten Osten von Bygdoy. Dort gibt es das Fram-Museum, das Kon-Tiki-Museum und das Norwegische Schifffahrtsmuseum. Wir entschieden uns für den Besuch des Fram-Museums in dem eben dieses Schiff 'Fram' sowie sein Nachfolgeschiff, die 'Gjoa' ausgestellt sind.

Die Fram wurde bei den drei berühmten Polarexpeditionen von Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898-1902) und Roald Amundsen (1910-1912) eingesetzt. Die Fram wurde 1892 gebaut und ist im Original mit gut erhaltener Einrichtung und Gegenständen ausgestellt. 2013 wurde das neue Gjøa-Gebäude eröffnet, mit neuen Ausstellungen über die Arktis, die nördlichen Gebiete und die Nordwestpassage – von den ersten Versuchen vor vierhundert Jahren, eine nördliche Route nach Osten zu finden, bis zu Roald Amundsens gelungener Durchquerung 1903-06.

Nach der Rückfahrt in den Osloer Hafen genossen wir bei sonnigem Wetter ein paar Drinks in der Loungebar Lekter'n in Akerbrygge. Zum Z'nacht gab es leckeren Fisch ein paar Meter weiter im Restaurant 'Sjomagasin'.

Sonntags fuhren wir mit dem Tram hinauf zum Holmenkollen, dem berühmten Skisprungzentrum. Von dort oben hat man eine schöne Aussicht über Oslo und den Fjord. Die Hauptattraktion ist aber die riesige futuristische Sprungschanze und auch die Informationen zur Geschichte des Skispringens. Den Nachmittag widmeten wir der Besichtigung der Festung Akershus.

Das war eine weitere schöne Geburtstagsreise in unserer langen Serie von Stadtreisen. Oslo können wir als Reiseziel für ein verlängertes Wochenende wärmstens empfehlen, insbesondere wenn das Wetter so schön und warm wie bei unserem Aufenthalt ist.