DS Suisse auf dem Lac LémanDer Schweizer Nationalfeiertag bot eine gute Gelegenheit um Floreana in Lausanne zu besuchen. Da wir ihre aktuelle Wohnung in Renens noch nicht kannten und die Bundesfeier zusammen mit ihr an einem schönen Ort verbringen wollten, machten wir uns am Mittwochabend (31.7.) nach der Arbeit mit dem Zug auf den Weg zum Genfersee (dieser Name wird im Kanton Waadt nicht gerne gehört, weil er zu sehr auf die Stadt am äussersten Seeende fokussiert; daher besser Lac Léman).

Dieser See ist der zweitgrösste Mitteleuropas, nach dem Balaton in Ungarn. Unser Interesse an diesem verlängerten Wochenende galt in erster Linie der Frage, wie es Floreana geht und zweitens den Orten und Landschaften im Nordost-Teil des Sees. Hervorzuheben sind hier die Städte Morges, Lausanne, Vevey und Montreux, sowie das Weinanbaugebiet Lavaux mit den bekannten Orten Epesses, Rivaz und Saint-Saphorin.

 

Am Mittwochabend empfingen uns Floreana und Elliot am Bahnhof in Lausanne. Wir hatten ein Apartment ganz in der Nähe des Bahnhofs gebucht, so dass wir nach dem Abladen des Gepäcks einen gemütlichen Abend im Café du Simplon verbringen konnten. Am nächsten Tag, dem Bundesfeiertag, hatten wir ein volles Programm. Elliot gab uns den Tipp, ins Lavaux über den Ort Chexbres einzusteigen. So fuhren wir mit dem Zug dorthin und wanderten durch die malerischen Weinberge entlang der Wasserfälle und Rebterrassen über Rivaz nach Saint-Saphorin. Nach einem Glacé im Café du Raisin ging es mit der S-Bahn entlang des Sees über Lausanne bis nach  Morges. Mit seinem Schlosspark und der herrlichen Uferpromenda ist dieses Städtchen sehenswert. Im Schlosspark waren die Aufbauarbeiten für die Bundesfeier in vollem Gange. Wir genehmigten uns ein Fläschchen Chasselas um das Warten auf Elliot zu verkürzen. Als der Hunger aufkam, schlenderten wir entlang der Uferpromenade um einen schönen Platz zum Essen und für die Bundesfeier zu finden. Nach einer deftigen Chublig waren wir gestärkt für das 'Höhenfeuer auf See-Niveau' und das spektakuläre Feuerwerk über dem See.

Am Freitagmorgen nahmen wir von Lausanne Ouchy den Schaufelraddampfer 'La Suisse'. Dieses 2009 vollständig renovierte Schiff, wurde als schönstes Dampfschiff der Welt ausgezeichnet. Und zurecht - schaut man sich die gesamte Belle Epoque Flotte der CGN an, so kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Über Saint-Gingolph und Le Bouveret, wo die Rhone den See speist, erreichten wir uns Ziel, das Château Chillon. Die Burg aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den am meisten besuchten historischen Sehenswürdigkeiten der Schweiz und bietet mit ihrer Grösse und Vielfalt ein Füllhorn an Entdeckungsmöglichkeiten. Wir waren begeistert.


La Suisse und Château Chillon

Gegen Abend hatten wir uns mit Floreana in Vevey zur Fête des Vignerons verabredet. Dieses Winzerfest findet nur alle 25 Jahre statt und wartet daher mit einem riesigen Programm auf. Das Fest dauert dreieinhalb Wochen und zieht Besucher aus ganz Europa an. In der grossen Arena am Rande des Sees finden diverse Darbietungen statt, die weit über den Weinbau hinausgehen, sondern einen Spiegel der Schweizer Kultur darstellen. Aber auch im Umfeld der Arena, entlang der Uferpromenda gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Buden und interessante Sehenswürdigkeiten. Mit den Begriffen 'Käse, Kühe, Wein und Gesang' lässt sich unser Eindruck trefflich vermitteln. Nach diesem ereignisreichen Tag fuhren wir mit müden Beinen zurück nach Lausanne, wo wir den Abend bei einem feinen Mahl im indischen Restaurant Nandanam beschlossen.

Der Samstag stand im Zeichen der Entspannung. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Café de Grancy schlenderten wir entlang des Sees bis zum Plage de Vidy, einem 500m langen Sandstrand westlich von Lausanne. Dort gibt es zahlreiche Wassersport-Angebote, vom Tretboot bis zum Stand-up-Paddle bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Floreana und Martina mieteten sich zwei SUPs und paddelten auf den See hinaus. Meiner einer genoss die Sonne liegenderweise am Strand. Obwohl Floreana zum ersten mal auf einem SUP stand, brachte sie einen Kopfstand auf dem wackligen Brett zustande. Am späteren Nachmittag zogen wir uns zum Glacéessen auf die Terrasse eines Restaurants in der Nähe zurück.

Die vier tollen Tage am Lac Léman waren für uns wie ein kleiner Urlaub.