DavidMartinas Geburtstagswochenende verbrachten wir in Florenz, Siena und San Gimignano. Nach einem verpatzten Freitag, bedingt durch ein defektes Swiss-Flugzeug, erreichten wir die Hauptstadt der Toskana erst am Abend. Wie so oft, erwischten wir auch dieses mal ein schönes Apartment mitten im historischen Zentrum von Florenz. Nach einem kurzen Ausflug ins Quartier und einem kleinen Dinner ganz in der Nähe, war der erste Tag für uns gelaufen.

Den ganzen Samstag verbrachten wir mit der Besichtigung von Florenz. Am Morgen nahmen wir die Wiege der Renaissance in Augenschein, ohne uns einer der langen Schlangen vor den Uffizien, dem Palazzo Vecchio oder der Accademia anzuschliessen. Dafür genossen wir die Schönheit der Gebäude, die Vielseitigkeit der Märkte und den Stil der Bewohner. Eines unserer Highlights war bestimmt der Mercato di San Lorenzo mit den frischen Waldpilzen, den Kuttelsüppchen und dem Panforte di Siena. Kurioserweise hatte ich einige Wochen zuvor meine Ledertasche falscherweise an die Filiale von 'The Bridge' anstatt in die Fabrik zum Reparieren geschickt. So konnten wir den Verkaufsraum besuchen um den Besitzer davon zu überzeugen, meine Tasche doch zum Haupthaus ausserhalb von Florenz zu senden.

Am Nachmittag überquerten wir den Arno um ruhigere Gefilde zu entdecken. Der riesige Giardino di Boboli  und anschliessend der Giardino Bardini waren dafür wie geschaffen. Hier kann man das gepflegte Grün geniessen, unzählige Statuen bewundern und den Blick über die Stadt schweifen lassen. Von den Gärten abwärts zog es uns durch das Viertel San Niccolo bis zur Ponte Vecchio. Diese Brücke sollte man als Florenzbesucher meiden. Zum Apero und Z'nacht fanden wir wieder ein nettes Lokal ganz in der Nähe unserer Unterkunft an der Piazza San Pier Maggiore.

Sonntags fuhren wir zum Flughafen, stiegen in einen Mietwagen und machten uns auf nach Siena. Dort verbrachten wir ein paar Stunden auf und um den Campo. Mit seiner Muschelform und dem imposanten Turm des Palazzo Pubblico ist dies für mich einer der schönsten Plätze der Welt. Obwohl noch nie gesehen, fasziniert die Vorstellung des berühmten Pferderennens Palio die Siena ungemein. Doch nicht genug des Schwelgens; an diesem Tag erwartete uns noch ein weiteres toskanisches Juwel.

Am Nachmittag erreichten wir das Manhattan der Toskana. Auf einem Hügel liegt das mittelalterliche Städtchen San Gimignano. Diese Ort erhielt seinen Spitznamen wegen der Geschlechtertürme, die die Stadt von weitem erkennbar machen. Höher und noch höher war die Devise der reichen Bewohner. Der Wohlstand der Familien wurde an der Turmhöhe bemessen. Fast alle dieser Türme sind heute noch erhalten und sind gut gepflegt. Wir bestiegen den Palazzo del Podestà von dem aus man den besten Blick über den Ort und die umliegenden Hügel hat. Danach war eine Stärkung fällig, wofür sich die berühmte Gelateria Dondoli anbietet. Leider staute sich vor der Weltmeister-Eisdiele eine Schlange von ca. 100 Wartenden. Zum Glück gab es am gleichen Platz und nur 20 Meter entfernt die Gelateria dell' Olmo, die ebenfalls von sich behauptet Glace-Weltmeister zu sein. Wir konnten dem zustimmen.