valsSport treiben im Schnee - Erholung im Wasser - Eingebettet in Stein - so lässt sich unser Sport- und Wellness-Wochenende im Valsertal beschreiben. Die berühmte Therme Vals, das kleine aber feine Skigebiet Vals 3000 und die exquisite Gastronomie des Hotel Rovanada waren die Paten für mein Geburtstagsgeschenk von Martina.

Wer sich fragt, wie es sich im Valser Gneis badet, ob man in der Hauptsaison eine Skipiste für sich alleine haben kann oder was ein Tüüfelstei ist, der solle unbedingt hier weiterlesen ...

 

Von Zürich kommt man mit der SBB über Chur, Ilanz und weiter mit dem Postauto schnell und bequem nach Vals. Der Ort ist weithin bekannt für seine einzigartige Therme: „1994–96 baute die Gemeinde Vals mit Peter Zumthor ein neues Bad in zeitgenössischer Architektur. Das in den Hang gebaute Thermalbad erreicht man unterirdisch vom daneben stehenden Hotel Therme aus. Der aus einheimischem Quarzit erstellte Bau steht da, wo die einzige Therme Graubündens aus dem Boden kommt. Das Werk ist von zeitloser Qualität und schlichter Eleganz. Es besinnt sich zurück auf das ursprüngliche Erlebnis des Badens: den Kontakt des Körpers mit dem Stein und dem warmen Wasser; auf Düfte und Klänge, das Rituelle des Badens. Im Spiel des Lichts umgibt eine Aura mystischer Tiefe die geheimnisvollen Räume. Alles dient den Sinnen.“

 

Bevor wir die Therme ausprobierten, konnten wir erst einmal die Annehmlichkeiten des Wellness Hotels Rovanada geniessen. Die Familie Bernie bietet diverse Arrangements an, darunter drei Tage „Wellness & Time out“:

  • 3 Übernachtungen im Wohlfühlzimmer
  • Grosses Valser-Bergfrühstücksbuffet
  • 1 Tüüfelstei Esserlebnis oder Grilladen im Restaurant Diavolo
  • 1 Bündner 4-Gangmenu in der Bündnerstube
  • 1 Abend im italienischen Restaurant „La Cucina“ Pizza oder Pasta
  • (3-Gang Menü)
  • 1 Himmlisches Kleopatra-Entspannungs-Bad für Zwei in unserem Cocooning Room
  • 1 Flauschiger Bademantel
  • 1 Glas Prosecco
  • 1 Therme Eintritt
  • Zugang zu unserer neuen Wellnessanlage REFUGIUM:
    Schwimmbad, Saunalandschaft im modernsten Design mit
    Sanarium, Dampfbad aus rotem Glas und Steingrotte.

 

An unserem ersten Abend probierten wir das Schwimmbad und die Saunen im REFUGIUM aus. Das ist schon eine tolle Sache, an einem Donnerstagabend im warmen Pool und in der Steinsauna Körper und Seele baumeln zu lassen. Danach dauerte es nicht lange bis wir auf den Ruheliegen beide eingeschlafen waren.

 

Der nächste Tag begrüsste uns mit Sonnenschein und der Aussicht auf einen ordentlichen Muskelkater. Die Pisten im Skigebiet Vals 3000 wollten wir unsicher machen. Ab der Bergstation Gadastatt geht es mit drei laaangen Schleppliften auf den knapp 3000m hohen Dachberg. Das Valser Skigebiet bietet zwar nicht die Pistenvielfalt der grossen Ski-Arenen, dafür aber null Wartezeit an den Liften, kein Hantieren mit Liftkarten und die leersten Pisten, die wir je in den Alpen gesehen haben. Auf den acht Abfahrten verlieren sich 20 bis 30 Leute; ab und zu sieht man mal einen anderen Skifahrer. Die Schneeverhältnisse sind traumhaft; Pulverschnee soweit die Skier tragen.

 

cocooning

Für den Abend hatten wir im Hotel den Cocooning-Room gebucht. Da wir niemanden neidisch machen wollen, hier nur soviel: wer etwas gegen zweisames Prosecco-Trinken in einem Whirlpool, gefüllt mit Milch und Honig hat, sphärische Musikklänge verabscheut und dabei etwas gegen die Aussicht auf schneebedeckte Berggipfeln einzuwenden hat, der sollte sich niemals in diesen Cocooning-Room begeben.

 

 

Samstags legten wir eine Skipause ein; wir nahmen vom Hotel zwei Schlitten mit und fuhren mit der Kabinenbahn zur Bergstation. Von dort aus geht ein Panorama-Wanderweg leicht bergauf bis zum Weiler Frunt auf 1990m. Das Wetter war wieder traumhaft und wir freuten uns auf die sieben Kilometer lange Schlittenfahrt. Auf der Höhe überraschte eine herrliche Aussicht auf den Stausee von Zerfreila und das spitze Zerfreilahorn. Auf dem Grund des Sees befindet sich der alte Ort Zerfreila dessen Kirchturm bei Niedrigwasser noch zu sehen sei. Das Dorf wurde 1959 vom Stausee geflutet - nachdem die Bewohner ihre Häuser verlassen hatten :-)

 

Von Frunt aus geht die Schlitteltour bergab, über die Staumauer hinüber zum Restaurant Zerfreila. Dort beginnt die eigentliche Abfahrt über die Strasse und durch Tunnels. Hierbei ist Vorsicht geboten; die ungebremste Fahrt kann ungesund enden. Die sieben Kilometer kamen uns vor, als wären es nur zwei gewesen, so schnell sausten wir bergab.

 

therme

Nach dem kalten Ritt auf dem Holzbock besuchten wir die Therme. Die Hotelanlage rund um das Bad ist – ehrlich gesagt – potthässlich. Wir sprachen Evi Berni darauf an und sie erklärte uns, dass dieser Hochhausklotz in den 60er Jahren gebaut wurde, als Vals arm und auf Investoren angewiesen war. Zum Glück versteckt sich die Bausünde halbwegs hinter hohen Bäumen. Inmitten dieses Plattenbaus liegt eingebettet die Therme. Optisch wirkt sie geometrisch, kantig, steinig aber nicht kalt. Der verwendete Valser Gneis in warmen Grau strahlt trotz seiner Eckigkeit Wärme aus. Das Innere erinnerte mich ein wenig an die Gänge und Räume ägyptischer Königsgräber ... nur dunkler war es hier. Die schwache Beleuchtung erzeugt eine intime Atmosphäre, die durch die Mahagonitäfelung in den Umkleiden unterstützt wird. Ansonsten dominiert der Stein: alle Böden, Becken und Wände sind daraus erbaut. Das Badewasser gibt es in 14, 32, 33, 36 und 42 Grad Celsius. Im körperwarmen Wasser kann man aus dem Steinwürfel hinaus in den schneeumrandeten Pool schwimmen. Mit dem Kopf auf dem Rand lässt sich von hieraus vortrefflich der Mondaufgang über den Berggipfeln beobachten – wunderbar.

 

tuefelstei

Am Abend zeigte uns Bruno Erni den „Tüüfelstei“. Dieser heisse Stein briet unser selbst zusammengestelltes Dinner. Von Meeresfrüchten über Fisch bis zu allen erdenklichen Fleischsorten bereitet der Tüüfelstei einen kulinarischen Genuss. Interessant ist, wie Bruno mit zwei Schwert-ähnlichen Kellen die Kompositionen der Gäste auf der Steinplatte dreht und wendet. Rund und zufrieden freuten wir uns auf unseren letzten Tag im schönen Valsertal.

 

Petrus meinte es auch sonntags gut mit uns. Das Valser Bergfrühstück stärkte uns für einen weiteren Skitag. Es war etwas voller auf den Pisten als am Freitag; diesmal waren es 50 statt 20 Leute im Skigebiet. Unsere Leihski vom Steihirt gaben ihr Bestes, was mehr ist als mein Fahrstil hergibt. Dafür begleiteten die K2 Superslalom Martina zum Abschluss des Tages auf der schwarzen Talabfahrt; ich nahm lieber die Gondel.

 

Ohne Zweifel, das Valsertal ist ein Geheimtipp für Wellnesser und Skifahrer die auf der Piste und danach keinen Ballermann brauchen sondern das Private und Besondere zu schätzen wissen.

 

Hier sind die Bilder von Vals.