seilparkWer einmal erleben will wie sich Tarzan fühlt, dem empfehlen wir den Besuch einer der vielen Seilparks in der Schweiz. Während einiger Tage in den Sommerferien fuhren wir in den Seilpark "Flying Fox" am Talende von Engelberg.

Bei der Vorstellung sich an einem Seil von Baum zu Baum schwingen zu können, werden Kindheitserinnerungen wach. Wie es uns auf diesem Spielplatz für Erwachsene erging, lest ihr in diesem Beitrag.

 

Die Frage nach der richtigen Bekleidung für unsere Schwingpartie beantwortet die Webpage des Veranstalters. Ausser festen Schuhen gibt es keine weiteren Regeln für den Dress-Code. Turnschuhe sind übrigens keine festen Schuhe; wir waren froh, dass wir alle unsere Bergstiefel anhatten.

 

An diesem sonnigen Augusttag war viel Betrieb im Seilpark. Nach einer dreiviertel Stunde stand endlich genug Ausrüstung zur Verfügung um uns vier einzukleiden. Neben dem Gurtzeug mit zwei Karabinerhaken und einer Rolle gab es lederne Arbeitshandschuhe und einen Helm. Bevor wir einen Fuss vom Boden hoben, wurden wir über die wichtigsten Handgriffe und Sicherheitsregeln instruiert. Wozu dienen die Farbmarkierungen an den Stahlseilen? Wohin mit den Händen beim "Rollen" von Baum zu Baum? Wie springt man aus 20 Metern Höhe in die Tiefe ohne sich in die Hose zu machen?

 

Nach der Trockenübung ging es zum Anfängertraining auf 1 Meter Höhe. Auf einem kleinen Rundkurs übten wir die theoretisch erlernten Handgriffe inklusive Drahtseilwandern, Sichern und über das gespannte Seil zu Boden rollen. Alles kein Problem, also ab auf den echten Parcours.

 

Der Seilpark besteht aus sechs Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Es kann einem schon mulmig im Magen werden, wenn man die anderen Kletteraffen in unglaublicher Höhe durch die Baumwipfel schwingen sieht. Aber keine Angst, die erste Route ist keine Hexerei und wird auch von Annika und Floreana problemlos und mit viel Spass bewältigt. Circa eine halbe Stunde turnen wir über wackelige Holzbalken die an Seilen hängen, rauschen mit der Rolle von einem Baum zu nächsten und arbeiten uns immer höher dem Himmel entgegen.

 

Auf Route 3 wird es schwieriger. Eine Leiter aus Seilschlaufen die sich zwischen drei Bäumen spannt ohne dass es eine Plattform an den Bäumen gibt, treibt mir den Pudding in die Knie. Oder die "Hühnertreppe" - ein schmaler Holzbalken in den Stufen gesägt sind, führt zwischen zwei Bäumen steil hinauf. Alle paar Stufen müssen wir innehalten um die Sicherung am Halteseil umzuhängen. Dabei balancierst du auf Zehnspitzen auf den Stufen, fingerst mit dicken Handschuhen an den Karabinern und versuchst zu vergessen, dass unter dir mindestens 10 Meter Luft sind.

 

Ein Höhepunkt ist das "Abspringen" am Ende von Route 3. Du hast dich von Baum zu Baum höher hinauf gearbeitet und stehst plötzlich auf der letzten Plattform. Kein Seil führt weiter; keine Treppe führt hinab. Nur über dir gibt es einen Haken für den Karabiner. Viel weiter unten auf dem weichen Waldboden stehen die "Besserwisser" und rufen zu dir hinauf: "spring einfach". Wer schon mal auf dem 10 Meter Brett in der Badi stand, der kennt dieses Gefühl genau. Die Absprungplattform im Seilpark ist allerdings doppelt so hoch. Augen zu und ins Leere springen. Nach Zentimetern im freien Fall greift die automatische Seilwinde und bremst dich auf einen Meter pro Sekunde ab. Gemütlich und ein wenig stolz schwebst du langsam zu Boden. Jetzt ist es an dir, dem nächsten Angsthasen dort oben gut gemeinte Ratschläge zuzurufen.

 

An diesem Nachmittag haben wir vier der sechs Seilparcours geschafft. Zwei schöne Stunden lang konnten wir unseren Mut und unser Geschick beweisen und haben dabei viel gelacht, geschwitzt und gezittert. Dem Seilpark "Flying Fox" stellen wir Bestnoten für die Betreuung, das Material und den Einfallsreichtum der Routen aus. Für jeden Junggebliebenen der sich einmal wie Tarzan (oder Jane) fühlen möchte, ist dieser Seilpark ein Top Tip.

Hier sind die Bilder.