Cortina d'AmpezzoIn diesem Jahr waren unsere Days of Thunder als Sternfahrt ausgelegt. Vom unserem Quartier in Cortina d'Ampezzo aus, wollten wir die Dolomiten in allen Himmelsrichtungen erkunden. Die einwöchige Tour begann am 1. und endete am 8. September. Die alte Truppe mit Torsten, Udo und Ralf wurde durch Martin als Neuzugang ergänzt.

Während Torsten und Udo am Samstag mit den Motorrädern auf dem Hänger anreisten, fuhren Martin und ich bereits am Freitag in Zürich los. Gründe dafür waren die lange Strecke (450 km) sowie das schlechte Wetter. Anfahrt über das Engadin und durch das Vinschgau war sehr nass. Auch der zweite Teil von Schluderns bis nach Cortina verlief im Regen.

Obwohl Torsten und Udo im Trockenen anreisten, war ihr erster Tag auch nicht sonderlich angenehm, weil ein Stau auf der Brennerautobahn die Fahrtzeit auf 15 Stunden verlängerte. Entschädigt wurden wir alle durch die freundliche Begrüssung im Hotel Barisetti und die ersten Bierchen.

 

Da das Wetter am Sonntag immer noch regnerisch war, nutzten wir den Tag für eine Gondelfahrt auf Cortinas Hausberg, den Tofana. Über zwei bewirtete Zwischenstationen erreicht man die 3200m hohen Gipfel. Wir hatten das Vergnügen die Aussichtsplattform im Schneesturm und ohne Sicht zu erleben. Auf der Rückfahrt kehrten wir in der ersten Station ein und bekamen einen wirklich guten Schinken-Käse-Toast.

Für unsere erste Ausfahrt am Montag, wählten wir die Südroute. Diese führt über den Falzarego-Pass und Forno di Zoldo bis hinab nach Longarone. Von dort fuhren wir nach Norden zum Lago di Centro Cadore bis hinauf nach Innichen und Toblach im Pustertal.

 

Der Streckenverlauf:

 

Am Dienstag orientierten wir uns nach Norden und fuhren über Toblach und Sillian ins schöne Lesachtal. Diese Tal erstreckt sich über 50 km bis Kötschach-Mauthen. Von dort wechselt man über den Plöckenpass das Tal und fährt weiter südlich in entgegengesetzter Richt zurück nach Cortina.

Mittwochs stand der Osten auf dem Programm. Kurz hinter Cortina fährt man durch den (gefühlt) kilometerlangen Ort Auronzo di Cadore am Lago di Santa Catarina. In diesen Ort gibt es mindestens 100 Blitzkästen. Im Weiteren fuhren wir über malerische Täler und Hügel im Friaul, bis wir zum bemerkenswerten Forcola di Mont Rest kamen. Dieser schmale und kurvenreiche Pass führt von Ampezzo südwärts bis nach Tramonti di Sopra. Der Rest war namensgebend für diese Days of Thunder und erinnerte Torsten und mich an die Verbindungsstrasse zwischen Santa Maria Maggiore und Cannobio im Tessin. Weiter ging es entlang des Lago di Tramonti, dann nach Westen über Barcis nach Longarone. Auf dem Heimweg fuhren wir eine ähnliche Strecke wie am Montag, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Auf der Montagstour hatten wir den Passo Giau verpasst, so dass wir ihn nun fahren konnten. Vorher gab es allerdings eine kurze Zwangspause im Örtchen Selva di Cadore um einen Regenguss auszusitzen. Nach einer halben Stunde konnten wir den Giau problemlos aber versichtig überqueren.

Am Donnerstag folgte ein Highlight der Days of Thunder, nämlich die berühmte Sella-Runde. Diese Mehrpässetour führt durch den schönsten Teil der Dolomiten und schenkt herrliche Aussichten auf die typischen Felsformationen dieser Gegend. Die Runde besteht aus den Pässen: Falzarego, Sella, Grödner Joch und Valparola.

Freitags hat es leider den ganzen Tag geregnet, so dass wir die Zeit nutzten um die alten Anlagen der Olympischen Winterspiele von 1956 zu besichtigen: Bobbahn, Sprungschanze und die Eislaufhalle. Ausserdem fand etwas oberhalb von Cortina ein internationaler Bogenschiess-Wettbewerb statt, dem wir auch besuchten.

Die Rückfahrt am Samstag verlief ohne Zwischenfälle bei gutem Wetter. Dieses mal fuhren wir die gesamte Strecke in einem Rutsch und waren gegen 19 Uhr wieder zuhause. Torsten und Udo brauchten etwas länger für ihre knapp 900 km.