Flying HirschZiel der Bushies (Torsten, Jürgen, Thomas, Ralf) war in diesem Jahr Österreich oder besser gesagt: Tirol, Südtirol und Osttirol. Uns erwartete eine Premium-Sammlung an Alpenpässen, Kurvengeschlängel in Tälern und auf Hochebenen sowie die Tiroler Gastronomie in Österreich und Italien. An fünf Tagen nahmen wir die schönsten Strecken dieser Gegend unter die Slicks bzw. Stollen und durften unser Können im Bergfahren unter Beweis stellen. Sowohl die Bikes als auch die Fahrer haben diesen Hochgenuss unbeschadet überstanden und freuen sich auf eine Wiederholung in anderen Gefilden im nächsten Jahr.

Die Strecke:

Die Strecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Anreise
Die Deutsche Delegation fuhr am Samstag, den 2. Juli, von Burscheid ins Ötztal mit dem Bikertransit , einem Transporter für Motorräder. Nach der Ablieferung des Lasters in Sölden ging es auf zwei Rädern zurück zu unserer ersten Unterkunft Christopheros in Längenfeld. Da die Anfahrt quer durch Deutschland den ganzen Tag in Anspruch nahm, konnte ich mir Zeit lassen. Mittags fuhr ich von Zürich aus durchs Toggenburg zwischen Säntis und Churfirsten hindurch bis nach Feldkirch. Von dort war es über die Autobahn nur noch ein Katzensprung um gegen 18 Uhr im Ötztal anzukommen.

Die Freude beim Wiedersehen war gross nachdem wir uns zuletzt vor einem Jahr bei der Reise zur Tourist Trophy gesehen hatten. Auch bei der Ausrüstung gab es zwei Überraschungen: warum fuhr Thomas auf Torstens Speedy und seit wann ist Torsten ein BMW-Fan? Nachdem sich alle davon überzeugen konnten, dass Torsten keinen Klapphelm trug, beruhigten sich die Gemüter und zollten seiner neuen BMW K 1300 S den nötigen Respekt. Bei Jürgens 21-jähriger Ducati und Ralfs KTM 950 Adventure S gab es hingegen nicht neues zu bestaunen. Unser erster gemeinsamer Abend in diesem Jahr wurde bei Pizza und Hefeweizen ausgiebig gefeiert.

Tag 1
Am nächsten Morgen nahmen wir die erste Bergetappe in Angriff. Die Tour führte uns über das 2500 m hoher Timmelsjoch nach Italien zum Jaufenpass und von dort über Sterzing weiter südlich über das Penser Joch nach Bozen. Weiter ging es Richtung Süd-Osten zum Karerpass, über das Sella- und Grödner Joch rund um die wunderbare Dolomitenformation der Sellagruppe. Nach dem Überqueren des Paso di Campolongo, Col di Lana und Paso di Falzarego erreichten wir am späten Nachmittag unsere zweite Station, das Dolomitenstädtchen Cortina d' Ampezzo. Zufrieden mit der Tagesleistung von 9 Pässen bezogen wir nach kurzer Suche das Hotel Capannina und genossen ein paar gute Rote im La Tavernetta.

Tag 2
Am Montag fuhren wir Richtung Norden von Cortina über den Paso di Valparola durch das Badia-Tal über den Furkelpass dann nach Toblach durch das Sextental über den Kreuzberg-Pass nach Santo Stefano die Cadore. Weiter ging es in östlicher Richtung entlang des Flüsschens Degano um dann über den Plöckenpass wieder nach Österreich einzureisen. In Kötschach-Mauthen bogen wir nach Westen auf die Karnische Dolomitenstrasse ab und fuhren entlang des Gailbachs bis hinauf zum Kartitscher Sattel. Ohne weitere Passhöhen erreichten wir entlang der Drau die Stadt Lienz. Bei Nachmittagstemperaturen von nahezu 30 Grad war es mühsam nach freien Hotelzimmern zu fragen; nach ein paar Fehlversuchen fanden wir schliesslich in einem Best Western Hotel zwei freie Zimmer. Lienz lädt dazu ein die Innenstadt zu erkunden. Nach einem Tag im Motorradsattel tut es gut sich die Füsse zu vertreten. Unser Stadtrundgang endete im Lienzer Schnitzelhaus in dem wir eher schlecht als recht speisten.

Tag 3
Von Lienz aus nahmen wir den Iselsberg mit und fuhren danach durch das Mölltal bis nach Spittal. Am Millstätter See legten wir eine ausgiebige Mittagspause ein um für die Kurven der Nockberge gerüstet zu sein. Das Nockgebiet ist ein Highlight für jeden Alpenfahrer; auf 2000m Höhe erwartet den Kurvenräuber ein herrliches Strassengeschlängel. Hier geht es weniger um Serpentinen sondern mehr ums Kurvenschwingen bei königlichem Panorama. Über den Katschberg fuhren wir weiter zu den Radstädter Tauern, erreichten Radstadt und Bischofshofen um von dort via Dientner Sattel und Filzensattel unser Tagesziel Saalfelden am Steinernen Meer zu erreichen. Dort fuhren wir das Hotel Hindenburg an in dessen überdeckten Biergarten wir einen schönen Abend bei einheimischen Gerichten und Bier verbrachten.

Tag 4
Der Mittwoch brachte uns nach einer heissen Ortdurchfahrt von Zell am See die Grossglockner Hochalpenstrasse. Wegen der vielen Radsportler war die Auffahrt bis auf 2500m eher von Vorsicht als von sportlichem Fahren geprägt. Bei der Abfahrt mussten wir eine zweistündige Pause einlegen weil die Strecke wegen eines Radrennens vorübergehend gesperrt war. Wir nutzten die Gelegenheit um auf die Franz-Josefs-Höhe zu fahren. Dort hatten wir eine grandiose Aussicht auf das Grossglocknermassiv. Als südlichsten Punkt der Tagestour erreichten wir erneut Lienz um von dort wieder Richtung Norden die Felbertauernstrasse zu befahren. Ab Mittersill ging es nach Westen durch den Nationalpark zwischen Kitzbühler Alpen und Hohe Tauern. Mit der Aussicht auf den Grossvenediger näherten wir uns dem Gerlospass von dem aus wir ins Zillertal hinabfuhren. Der Rest der Strecke bis Innsbruck war mehr schweisstreibend als fahrerisch interessant. Aus Erfahrung hatten wir das Hotel in Innsbruck ad hoc von Martina am Nachmittag via Internet buchen lassen. So konnten wir die Unterkunft direkt anfahren ohne mühsam nach einem Hotel suchen zu müssen. Im Hotel Weisses Rössl inmitten der Altstadt konnten wir uns von der anstrengenden Anfahrt nach Innsbruck erholen. Nach einem kurzen Stadtrundgang beschlossen wir den Abend in einem kleinen Restaurant gegenüber unseres Hotels.

Tag 5
Am letzten Alpenfahrtag freuten wir uns auf weitere Highlights unserer Motorradwoche. Von Innsbruck aus ging es weiter nach Westen durch das Sellraintal über den Kühtai-Sattel hinunter ins Ötztal nach Sautens. Dort kehrten wir bei Jürgens Winterpension zum Kaffeetrinken ein. Da die Wirtsfamilie eine Edelbrennerei betreibt nutzten wir die Gelegenheit zu einer interessanten Führung durch die Brennstube im Keller. Torsten nahm auch eine gut verpackte Flasche Zwetschgenbrannt mit, die zuhause für besondere Gelegenheiten aufbewahrt werden sollte. Weiter ging die Reise über kleine Waldstrassen bis ins Kaunertal. Dort ereilte uns eine Regenschauer die uns zu einer ausgedehnten Mittagspause bei Hirschwurst zwang. Die Weiterfahrt führte uns auf der teils regennassen Kaunertaler Gletscherpanoramastrasse hinauf zum höchsten Punkt der Reise, der Gletscherbahn auf fast 3000m Höhe. Die Rückfahrt erfolge auf gleicher Strecke zurück ins Ötztal zu unserem ersten Hotel in Längenfeld.

Da das hoteleigene Restaurant 'Don Camillo' am Donnerstag seinen Ruhetag hat, mussten wir als einzige Alternative in den 'Hot Rock Burger Grill' auf der gegenüberliegenden Strassenseite einkehren. Hier wurde der Tourname Flying Hirsch geboren. Bei unserer Abschlussfeier wurde der Mix aus Redbull und Jägermeister ausgiebig verkostet. Nach Geschäftsschluss wurden wir mit einem 'Lunchpack' ausgestattet um auf unserem Hotelbalkon bei Musik aus Blackberry und 'Steffi' die gelungenen 'Days of Thunder 2011' begiessen zu können.

Abreise
Der Morgen unserer Abreise fing etwas später an als gewohnt; so mancher Alpentreiber hatte noch mit dem Fliegenden Hirsch zu kämpfen. Hier trennten sich unsere Wege vorläufig; die drei Deutschen luden in Sölden ihre Hirsche wieder auf den Transporter und Ralf wählte für die Rückfahrt nach Zürich eine reine Autobahnstrecke.

Die DoT 2011 war mal wieder eine super Woche in jeder Hinsicht: intensives Motorradfahren auf erstklassigen Passstrassen wurde durch gemütliche Pausen und Abende ergänzt. Wir hatten weder mit Unfällen noch technischen Problemen zu kämpfen und konnten so die gemeinsame Zeit in vollen Zügen geniessen. So soll es sein und so soll es bleiben - im nächsten Jahr bei den Days of Thunder 2012.

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