DoT2012Die 'Days of Thunder' führten uns (Thomas, Jürgen, Torsten und Ralf) in diesem Jahr nach Tschechien und die angrenzenden Gebiete in Sachsen, Bayern und Österreich. Vom 30. Juni bis 7. Juli ging es kreuz und quer durch 'Böhmische Dörfer'. Der Begriff wurde zum Tournamen erchoren weil die Gegend für uns völlig neu war und wir von der tschechischen Sprache kein Wort verstanden. Die DoT 2012 bot einige Überraschungen für uns und war ein voller Erfolg da wir keine Unfälle, gutes Wetter eine prima Stimmung und einen Motorradschaden hatten der keiner war. Nach dem Break gibt eine Karte der Strecke und Einzelheiten zu den Tagestouren.

Die Karte zeigt den ungefähren Streckenverlauf; hier und da wich die gefahrene Strecke leicht von der geplanten Route ab. Insgesamt war die Strecke 3000 km lang (inklusive An- und Abreise).


Tag 1 - Samstag - zuhause bis Hermes

Als Treffpunkt für den Einstieg in die gemeinsame Fahrt hatten wir den Landgasthof Haueis im Weiler Hermes ausgesucht. Nach siebenstündiger Fahrt kamen wir gegen 17 Uhr beim Gasthof an. Die drei Deutschen waren kurze Zeit vor mir eingetroffen und luden das Gepäck ab als die erste Überraschung der Tour kam. Ralf kam mit seiner neuen Ducati Multistrada Pikes Peak in den Hof gerollt und blickte in sechs erstaunte Augen da die Neuanschaffung bis dato geheim gehalten worden war. Nach dem grossen Hallo genossen wir auf der Terrasse einige bayerische Weissbiere und ein zünftiges Abendessen. Später am Abend braute sich ein starkes Gewitter zusammen das einen grossen Ast abbracht, den Dachgiebel eines Seitengebäudes eindrückte und schliesslich einen VW-Bus unter sich begrub.

Tag 2 - Sonntag - Hermes bis Frauenau

Am nächsten Morgen konnten wir das Ausmass des Baumbruchs begutachten und auf das Ende des Regens warten. Gegen Mittag ging es auf leicht veränderter Route durch den bayerischen Wald Richtung Südwesten. Unser Ziel war der Landgasthof Hubertus in Frauenau. Die erste Überraschung für heute bestand im schlechten Bier. Ein tschechischer Gast (durchaus der deutschen Sprache mächtig) sprach nur von Limonade. Das Endspiel der Fussball Europameisterschaft schauten wir in einer Pizzaria vor Ort. Der Wirt war so freundlich uns einen Fernseher auf den Esstisch zu stellen. Bei guter Pizza sahen wir wie Spanien die italienische Mannschaft 4:0 besiegte. Als zweite Überraschung gesellte sich der Steinmichel zu uns. Das einheimische Grossmaul mit Welterfahrung nervte uns dermassen, dass wir kurz davor waren in aus dem Lokal zu werfen. Zum Glück erledigte das der Wirt für uns.

Tag 3 - Montag - Frauenau bis Haibach

Am Montag brachen wir nach dem Frühstück gegen 10 Uhr Richtung Tschechien auf. Auf holprigen Strässchen ging es durch die Böhmischen Dörfer bis zum Vitava Stausee. Dort legten wir im Dörfchen Horni Plana eine Mittagspause ein. Weiter ging es nach Süden bis nach Österreich hinein. Vom Städtchen Bad Leonfelden fuhren wir dann wieder nach Nordwesten in den Bayerischen Wald bis zu unserem Tagesziel, dem kleinen Ort Haibach, östliche von Regensburg. Dort quartierten wir uns im Gasthof Zur Schwalbe ein und lauschten bei gutem Essen und feinem Bier dem Abendgewitter.

Tag 4 - Dienstag - Haibach bis Oberwiesental

Nach dem kurzen Abstecher in Bayern ging es an diesem Tag gleich wieder zurück nach Tschechien. Über verschlungene Waldwege näherten wir uns Karlovy Vary (Karlsbad). Leider konnten wir diese schöne Stadt nicht besichtigen weil das Wetter zu heiss und uns das Stop-and-Go durch den Stadtverkehr zu viel war. So zogen wir weiter Richtung Norden und erreichten nach dem Aufstieg ins Erzgebirge den Skiort Oberwiesental. Dort waren wir im luxuriösen Relaxhotel Sachsenbaude untergebracht. Auf dem Weg dorthin hatte Thomas' Speedy Probleme mit der Kühlung; der Ventilator lief nicht mehr. Kurzhand liessen wir uns von Martina die nächstgelegene Triumph Werkstatt vermitteln. Thomas und Torsten brachten die Speedy dann ins 30 km entfernte Scheibenberg um sie dort fachmännisch untersuchen zu lassen während sich Jürgen und Ralf im Whirlpool des Hotels suhlten.

Tag 5 - Mittwoch - Oberwiesental bis Hohnstein

Am nächsten Morgen war die Überraschung und Erleichterung gross als wir erfuhren, dass ein paar tschechische Steine den Ventilator blockiert hatten. Eine weitere Zwischenetappe nach Scheibenberg auf Ralf's Multi, die mit einem Beinaheabwurf von Thomas begann, endete mit einem glücklichen Thomas, der seine Speedy mit funktionierender Kühlung zurück hatte. So konnten wir die Tour wie geplant fortsetzen. Weiter ging es durch ausgedehnte böhmische Hopfenfelder bis auf die Burg Hnevin in Most zum Mittagessen. Von dort fuhren wird in nord-östlicher Richtung zum Elbsandsteingebirge um unser Nachtlager in der Burg Hohnstein aufzuschlagen. Die Burg diente viele Jahrzehnte als Gefängnis, ist aber heute Deutschlands schönste Jugendherberge. Bei famoser Aussicht auf die Sandsteinfelsen assen wir ein spärliches Abendbrot, konnten aber einen kleinen Handel mit einem Kasten Bier aufziehen, der uns von der freundlichen Kellnerin in Kommission gegeben wurde.

Tag 6 - Donnerstag - Hohnstein bis Marienbad

Am nächsten Morgen rollten wir unsere Broncos über grobe Natursteine aus der Burg hinaus um uns die berühmte Basteibrücke anzusehen. Leider musste man sein Fahrzeug Kilometer vor der Sehenswürdigkeit auf einem Parkplatz im Wald abstellen und mit einem Pferdefuhrwerk weiter fahren. Da es an diesem Morgen heiss und feucht war, verzichteten wir darauf die Motos zu parken, unser Gepäck abzurödeln und es bis zum Sightseeing mitzuschleppen. So gondelten wir gemütlich von Kurve zu Kurve durch das Elbsandsteingebirge und kreuzten unseren eigenen Weg auf dem Fichtelberg um wieder in Böhmen einzufallen. Entlang an von Kirschbäumen gesäumten Alleen fanden wir den Weg nach Marianske Lazne (Marienbad). Vor der Abfahrt aus bewaldeten Höhen in den berühmten Bäderort überraschte uns ein heftiges Gewitter so dass wird ziemlich durchnässt vor unserem Hotel Butterfly ankamen. Dafür durften wir dann die Feuerstühle mit dem Aufzug in die Tiefgarage fahren.

Nach einem entspannenden Bad mit Whirlpool-Sitzung gingen wir die Stadt erkunden. Zuerst gingen wir in die falsche Richtung los, so dass uns Marienbad wie eine langweilige tschechische Provinzstadt vorkam. Nach einem Kilometer Fussmarsch in die entgegengesetzte Richtung eröffnete sich uns das wunderbare Kurbad mit seinen schönen Hotels und Parks aus der Jahrhundertwende. Beim anschliessenden Abendessen gab es Südböhmische Ente mit Rotkraut und Serviettenknödeln für 12 Euro.

Tag 7 - Freitag - Marienbad bis Gössweinstein

Der nächste Morgen brachte für Thomas eine Überraschung als er ohne böse Absicht die islamische Badestunde im Hotelbad störte. Unser letzter Rundreisetag brachte uns aus den Böhmischen Dörfern ins deutsche Vogtland zur weltgrössten Ziegelbrücke im Göltzschtal. Auf der Flucht vor einem aufziehenden Gewitter erlebten wir tolle Taldurchfahrten bis hinein in die Fränkische Schweiz zur Basilika von Gössweinstein. Gegenüber der Barockkirche bezogen wir unser letztes Quartier im Hotel Krone. Hier liessen wir bei Röstzwiebelbraten und Wallfahrtsbier die Days of Thunder 2012 ausklingen.

Tag 8 - Samstag - Gössweinstein bis zuhause

Trotz guter Wettervorhersage überraschte uns der Abreisetag mit leichtem Regen. So zogen wir das Frühstück in die Länge bis gegen 10 Uhr der Regen abklang und wir die Heimreise antreten konnten. Im Vergleich zur langen Anreise gelang die Rückfahrt in schnellen 5 Stunden.

Auch in diesem Jahr bedanken wir uns bei Petrus für das gute Wetter, bei Christophorus dafür, dass wir keine Unfälle hatten und bei Sankt Florian, Sankt Augustinus und Sankt Bonifatius für das gute Bier (sorry für die vielen Bierheiligen aber die Mönche haben halt gesoffen).

Torsten, Jürgen, Thomas und Ralf (in Vorfreude auf die Tour de Suisse 2013)

Die Bilder der DoT 2012