Zum 60. Geburtstag von Martina, gab es am Samstag, 10. Oktober 2026, eine Überraschung. In der Frühe fuhren wir mit dem Zug nach Niederösch im Emmental. Dort befindet sich der Hof von Martina und Fabienne Christen: Alpakas vor Flueh. Neben der Land- und Viehwirtschaft bieten die beiden Events mit ihren Alpakas an. Wir hatten ein zweistündiges Alpaka-Trekking mit Grillplausch gebucht.
Beim Umsteigen vom Zug auf den Bus in Wyningen stieg Annika hinzu. Die Überraschung bei Martina war gross, obwohl sie noch nichts vom eigentlichen Ziel wusste. Als wir eine halbe Stunde später in Niederösch ankamen und in fünf Minuten den Hof 'vor Flueh' erreichten, wurden wir von Martina Christen herzlich begrüsst und waren hin und weg, vom Anblick der Alpakas, die im Aussengehege ihre Spässe trieben. Ein paar Minuten später traf Floreana ein. Damit war die Überraschung perfekt: Wir durften zu viert einen Tag mit den Alpakas verbringen und zwischendurch den Grillplausch geniessen.
Nach vielen Monaten mit trockenem und heissem Wetter, regnete es an diesem Samstag. Doch davon liessen wir uns die Freude nicht verderben, zumal der Regen nur leicht war und im Laufe des Nachmittags abnahm. Die meiste Zeit waren wir trocken unterwegs und durften nach dem Mittagessen ein paar Sonnenstrahlen begrüssen.
Die Alpakas sind freundliche und herzige Wesen. Sie begeistern durch ihr lustiges Antlitz und das flauschige Fell. Die Paarhufer gehören zur Art der Kamele. Ihr ansprechendes Aussehen darf nicht darüber täuschen, dass jedes Tier seinen eigenen Charakter hat. Vor dem Trekking sucht sich jedes Tier aus, von welchem Menschen es geführt werden möchte, nicht umgekehrt.
Wir waren zu fünft mit sechs Alpaka-Hengsten unterwegs. Jeder von uns führte ein Tier an der Leine, während Martina Christen zwei führte. Vom Hof aus wanderten wir durch die Hügellandschaft des Emmentals. Die meiste Zeit führte unser Weg durch Felder und Wiesen, manchmal auch durch einen kleinen Wald. Nach einer Stunde erreichten wir die Weide, auf der wir uns von Rico und 'dem Schwarzen' trennten. Von dort aus ging es ein paar Minuten mit Yannick (Ralf), Yuri (Annika), Paganini (Martina) und Zorro (Floreana) weiter durch den Wald, bis wir ein grosses Zelt erreichten.
Dort waren neben einigen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen, auch unser Mittagstisch untergebracht. Neben einer feinen Auswahl an Brot und Salaten, durften wir diverse Grillspezialitäten kosten. Unser Timing war perfekt, da kurz nach unserer Ankunft ein kleiner Schauer vom Himmel kam. Nachdem wir satt und glücklich waren, brach sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken. Für den Rest des Tages blieb es trocken. Uns hat besonders gefallen, dass wir den Grillplausch zeitlich nach eigenem Gusto wählen durften.
Nach der Pause schlug Martina Christen zwei Varianten vor: Wir durften zwischen einer Waldstrecke und einem Weg wählen, der uns entlang der schönen Emmentaler Höfe führte. Da wir bereits während der Anreise von den einzigartigen Bauerngebäuden begeistert waren, entschieden wir uns für diese Variante. Weiter ging es über die seichten Hügel des Emmentals, wobei wir hier gelegentlich staunend vor den Höfen mit ihren üppigen Gärten verweilten.
Die Alpakas sehen das jeden Tag und kennen die Strecke ganz genau. Am Nachmittag zeigten manche Tiere eine gewisse Müdigkeit oder Lustlosigkeit. Ich musste Yannick durchgehend an der straffen Leine ziehen, um ein Darniederliegen zu verhindern. Wie Martina uns sagte, ist das der grösste anzunehmende Unfall. Falls sich ein Alpaka erst einmal hingelegt hat, darf man es anschliessend nach Hause tragen (70 kg). Yannick sank ein paar Mal auf die Vorderknie ab, doch zum vollständigen Abliegen kam es zum Glück nie.
Vor dem Ende der Trekking-Tour bot Martina zwei Varianten an. Entweder eine weitere Schleife entlang des Waldrandes, oder direkt zurück zur Weide, auf der Rico und der Schwarze warteten. Da die Alpakas bereits den ganzen Tag unterwegs waren, entschieden wir uns für den direkten Weg. Auf der Weide wurden die Tiere von ihrem Geschirr befreit, bekamen Futter und freuten sich über das saftige Weidegras.
Wir fuhren mit dem Auto zurück nach Niederösch und machten kurz vor dem Hof einen Stopp, weil wir gerne die Stuten mit ihren Jungen sehen wollten. Auf der Dorfweide vergnügten sich fünf Stuten mit drei Jungtieren im Alter von 3 bis 4 Monaten. Beim ersten Anblick der Kleinen war der Jöh-Faktor garantiert. Die drei waren sehr aktiv und begeisterten uns mit ihren Bocksprüngen und den Verfolgungsjagden quer über die Weide.
Zum Abschluss gab es auf der 'vor Flueh' Terrasse feine Muffins und Getränke, bis wir uns verabschieden mussten, um die Heimreise anzutreten. Dieser Tag ist in jeder Hinsicht gelungen. Die Überraschung ist gelungen, die Wahl des Events bei Martina Christen ist gelungen und die Alpakas haben uns begeistert.
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